Er machte gerade den Abwasch, auf seinen Fingern konnte man schon kleine Wellen erkennen, da er seine Hände nun schon seit einer halben Stunde im Wasser hielt ohne auch nur einen einzigen Teller zu säubern. Es war ruhig um ihn. Keine Fliegen die in der Küche rumflogen auf der Suche nach kleinen Resten, oder Krümeln von Brot, oder dem Kuchen den er am Tag zuvor gegessen hatte. Das Radio hatte er nicht eingeschaltet wie er es sonst tat, wenn er Hausarbeiten machte. Und auch die Vögel schienen sich seiner emotionalen Stimmung anzupassen, indem sie keinen Ton von sich gaben. Das einzige was er hören konnte waren immer wieder die Stimmen in seinem Kopf die sagten: ,,Ich kann nicht mehr, bitte hilf mir doch!“ Er merkte wie ihm ein Schauer immer wieder und wieder über den Rücken zog. Er fühlte sich hilflos. Er war wütend und Traurig zugleich, da er wusste, dass jeden Moment der Ton kommen könnte, der Ton der ihm den Tod überreichen sollte, oder das Leben. Er war sichtlich aufgeregt, man konnte die Schweißperlen auf seiner Stirn deutlich erkennen. Ihm war heiß, er hatte das Gefühl er würde innerlich verkochen, trotz dass er die Hände immer noch in dem Spülwasser hatte, welches mittlerweile schon kalt geworden war. Er überlegte wie er leben sollte, wenn sein größter Wunsch nicht in Erfüllung gehen sollte. Was sollte er alleine auf dieser Welt machen. Würde er damit klarkommen, ohne sie durch die Welt zu gehen? Er schreckte auf, der Ton war gekommen. Ein schrilles, lautes und klingelndes Geräusch durchstach die Ruhe die in noch vor 10 Sekunden umgab. Er ging zum Telefon, und nahm den alten schweren Hörer mit den Worten „Christiansen hier…“ ab. Er hielt den Atem an und hörte der Stimme zu die an dem anderen Ende der Leitung saß. Dann sagte die stimme den Satz den er nicht in der Lage war zu verkraften.
„Guten Tag Herr Christiansen, es tut mir leid das ich ihnen sagen muss, dass ihre Frau vor einer Stunde verstorben ist!“
Er lies den Hörer fallen, konnte sich kaum noch halten. Er konnte kaum noch atmen. Sein Herz schien für eine Sekunde stehen zu bleiben. Er dachte dass es unfair ist, dass einem 76 jährigem Mann die Frau genommen wird, nur weil die Mediziner zu spät den Lungenkrebs erkannten. Er hatte das Gefühl, dass ihn jemand in 2 Teile reißt und die andere Hälfte in den Müll schmeißt. Ihm wurde schwindelig, er versuchte sich an dem kleinen braunen Tisch fest zu halten auf dem das Telefon stand. Aber seine Hände waren noch nass von dem Wasser in der Spüle. Er rutschte ab und fiel hin. Als er auf dem Boden an kahm und sein Kopf unsanft auf den Boden knallte, empfand er kein Schmerz, jedenfalls nicht äußerlich. Er legte seine rechte Hand auf sein Herz, schloss die Augen. Mit dem Bild von seiner Frau vor Augen, starb auch er nur wenige Minuten. Nur wenige Minuten nachdem man ihm den Sinn des Lebens nahm.
Comments und Kritik sind wie immer erwünscht ;-)
LG M3r0
4 Kommentare:
sehr schöner text. liebe geht über den tot hinaus. bis das der tot euch scheidet oder euch wieder vereint...
echt gut gelungen die geschichte.das macht echt bock auf mehr. lg kethe
du hast an einer stelle geschrieben" es war als riss man ihn in 2 teile und die andere hälfte schmiss man in den müll" oder ähnlich. was soll denn mit der EINEN hälfte passiert sein?
das is ne doofe formulerung irgendwie, die einen sehr verwirrt und bestimmt nicht so beabsichtigt ist
ansonsten sehr sehr toller text ^^
So ein Scheiss ....
Bist du ein Emo?
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