
Ich fuhr mit meinem Auto zu ihr, ich hatte damals noch einen VW Polo in Schwarz. Kurz zuvor hatte ich sie angeschrieben und gesagt wir müssten reden, aber wir wussten beide worum es wirklich ging oder was der Grund war, warum wir reden mussten. Es waren nur ein paar Minuten zu ihr, doch das letzte mal als ich zu ihr gefahren bin, war 2 Wochen her. Damals wohnten wir beide in Soest, ich in einer WG und sie bei ihrem Vater. Auf dem Weg zu ihr dachte ich über viele Dinge nach. Der erste Kuss, der erste Sex, das erste Mal Kuscheln und an den Tag wo der Satz der Sätze zum ersten Mal gefallen war, und an die schönen Tage die wir in Zweisamkeit verbracht hatten. Einfach alles was ich sah erinnerte mich an sie. Ich fuhr an der Firma vorbei wo ich damals arbeitete und dachte daran wie ich in den Mittagspausen immer zu ihr fuhr um Mittag zu essen oder sie einfach nur zu sehen. Selbst der Imbiss, welcher direkt gegenüber ihrem Haus war, erinnerte mich daran wie wir uns viele Abende etwas zu essen geholt haben und dann dieses bei ein oder zwei DVDs verdrückten. Meist war es Gyros-Pommes mit Mayo. Bei ihr angekommen parkte ich mein Auto an der Straße, macht die Tür zu und schloss sie ab, was ich normal nie tat, aber an dem Tag wollte ich Zeit schinden. Langsam trug ich mich über die Straße auf den Weg der zu ihrer Haustür führte. Der Weg war gestreut aus kleinen Kieseln, er war zugleich auch eine Zufahrt zu den anliegenden Parkplätzen der Nachbarn. Man konnte es deutlich an den Reifenspuren erkennen die die Autoreifen hinterließen. Ich stand nun vor der Tür, mein ganzer Körper zitterte. Ich bekam Angst und fühlte mich hilflos. Ich drückte die Klingel. Es war eine normale Klingel, man konnte noch an ein paar stellen erkennen das sie einmal weis gewesen war. Nun hatte sie einen gelben und alten Farbton. Es war eine von diesen länglichen klingeln wo das Namensschild auf der rechten Seite Platz fand, und auf der linken Seite der Knopf zum klingeln saß. Es klingelte und sie macht die Tür auf. Ich ging durch die Haustür und die drei Treppenstufen hoch zu ihrer Wohnungstür. Ich warf ihr einen kurzen Blick zu und ging an ihr vorbei, direkt in ihr Zimmer. Als ich an ihr vorbei ging, erhaschte ich einen kleinen Moment ihren Duft. Sie roch immer toll, entweder nach Vanille oder einem anderen Duft, den ich nie deuten konnte oder es hatte mich nicht interessiert, der aber immer gut roch. Ihr Körpergeruch verpasste ihrem gesamten Duft noch das I-Tüpfelchen. In ihrem Zimmer angekommen setze ich mich auf ihr Bett. Viele Erinnerungen an dieses Bett setzen sich mit mir hin. Sie setze sich auf ihren Schreibtischsessel, der direkt vor ihrem PC stand, genau neben den Schildkröten, die sie immer liebevoll ihre „Schildis“ nannte. Wir saßen nun beide, und beide wussten was jetzt passieren würde. Sie ergriff die Initiative und fragte mich wie es denn nun weiter gehen solle. Eine kurze Pause. Dann sagte ich den schlimmsten Satz den ich bis zu dem Zeitpunkt jemals gesagt habe, wie ich später erfahren sollte.
„Ich glaube es bringt nichts mehr, meine Gefühle reichen nicht für eine Beziehung mit dir“
Mich hatte dieser Satz sehr traurig gemacht und sie auch, ihr schossen sofort Tränen in ihre Augen, und auch ich konnte mir meine Traurigkeit nicht verkneifen. Irgend etwas in mir sagte mir das es falsch war sie auf zu geben. Ich tat es trotzdem. Sie weinte und nickte nur. Dann schaute sie mich mit ihren großen traurigen Augen an, die schönsten die ich jemals gesehen hatte, Augen die einen sofort in ihren Bann zogen, und fragte warum ich das alles getan habe, und warum ich ihr so weh tue. Ich wusste keine Antwort auf diese Frage, schaute auf den Boden und zuckte gleichgültig mit den Schultern. In diesem Augenblick schossen mir so viele Gedanken durch den Kopf. dass ich nichtmehr klar denken konnte. Ich wusste auf diese einfache Frage absolut keine Antwort. Ich wusste sie einfach nicht. Jedenfalls zu dem Zeitpunkt noch nicht. Es war lange Zeit still, keiner von uns beiden sagte etwas. Ich hörte sie Schluchzen und hob meinen Kopf. Das Bild was ich da sah, lässt noch heute meinen Körper zittern. Dort saß sie, die einzige Frau die ich wirklich jemals geliebt habe, die Frau die ich so schrecklich verletzt hatte, die Frau mit der ich mein Leben teilen wollte. Es war einfach die Frau, und ich hatte sie gebrochen. Ich kam mit diesem Bild einfach nicht klar. Ich stand auf und sagte, dass es besser sei wenn ich jetzt gehen würde. Sie nickte langsam, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Ich machte die Tür auf, die ihr Zimmer von dem Flur trennte, schaute mich noch einmal um, ging durch die Tür und schloss sie hinter mir. Als ich wieder über den Kieselweg ging schaute ich zu ihrem Fenster, welches die Breite der ganzen Hauswand hatte, und versuchte, insgeheim hoffte ich, einen Blick von ihr zu erhaschen. Aber alles was ich sah war eine weinende Frau, das Gesicht in ihren Händen vergraben. Sie weinte so schrecklich, dass ich es an ihrem Rücken sah wenn sie Luft holte. Die Schritte zu meinem Auto wurden immer schneller, bis ich endlich an diesem ankam. Ich stieg ein, drehte die Musik laut auf und fuhr mit durchdrehenden Reifen davon. Das war das letzte Mal, dass ich in diesem Haus war. Und auch das letzte Mal für ein ganzes Jahr dass ich diese Frau richtig wahrgenommen hatte. Danach sahen wir uns nur noch zwischenzeitlich. Aber nie wieder war es so, wie es einst gewesen war.
Kurze Zeit nach diesem einen Tag verfasste sie diesen Song-Text. Es war die Art wie sie ihre Gefühle verarbeitete, ob nun Trauer oder Freude, man könnte auch sagen das dieser Text die Abrechnung mit mir war. Der Gedanke daran dass dieser Text wegen mir geschrieben worden war, bereitet mir heute noch Kopfschmerzen.
A quiet Case
I never forget what it’s all about but sometimes I crying too much,
So is it good that I know an ending is only a touch,
Of something I don’t know something new, maybe better, maybe cool
Hopelessly I'm endlessly crazy for love
I can't break out I can't fly away I don’t let it go I'm here to stay
Even it's cold, even it's hard to believe in love, when my love is so dark
I can’t continue, when my love is so dark.
And it feels like I'm bleeding when you came to kiss and I'm running over hills remember what I miss
I don't pray, I don't pray for a better kiss. I don't hope I don't hope to get a better ship
I don't really think, that the game we played, is not the think I wanted to play
It’s not that bad, it's cool sometimes, but my feelings I left behind!
So why do I fight every day and night but still lose control of my body and soul
You don't see it, you don't feel it, so what for a kind of man are you?
I can't continue with a man like you
What shall I do?
And it feels like I'm bleeding when you came to kiss and I'm running over hills remember what I miss
I don't pray, I don't pray for a better kiss. I don't hope, I don't hope to get a better ship!
© S.I.
Einer der ausschlaggebenden Gründe die zu der Trennung führten war, dass ich zu der Zeit PC-süchtig war. Ich habe es als wichtiger empfunden Virtuelle Menschen zu töten und mich über das Internet in eine Virtuelle Welt zu katapultieren, die weitaus einfacher ist als die reale Welt. Keine Probleme, keine Auseinandersetzungen, keiner dem man etwas schuldig ist. Niemand dem man vertrauen muss, oder seine Gefühle zeigen muss. Und keine Verpflichtungen. Ich fand es wichtiger an der Art zu arbeiten wie ich schneller jemanden töten könne, eben in diesem Virtuellen Krieg-Spiel, als an der Art zu arbeiten wie ich die Liebe meines Lebens behalten kann, oder glücklich machen kann. Ich habe mein Glück damals nicht erkannt. Aber man sagt, dass man aus Fehlern lernt. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Natürlich war es nicht der einzige Grund. Es gab noch viele andere. Aber durch das Zocken habe ich mir eingeredet das meine Gefühle für sie nichtmehr da waren. Ich hatte den Bezug zur realen Welt völlig verloren. Mir war alles scheißegal. Ich ging nichtmehr mit Freunden raus, welche mich ständig fragten ob ich nicht mit wolle, einen saufen. Ich sagte dann immer, dass ich keine Lust habe, oder mir es nicht gut ginge. In Wahrheit wollte ich einfach nur zocken. Das tat ich auch nach der Trennung noch ein paar Wochen, doch dann wurde mir klar, was ich getan hatte. Ich hörte sofort auf mich in dieser Virtuellen Welt ein zu schließen, welcher ich die Schuld für Alles gab. Heute weiß ich, dass ich es war der Schuld hatte. Kurz nachdem ich das Zocken aufgegeben hatte, wurde ich mit einer extremen Wahrheit konfrontiert. Ich hatte keine Freunde mehr, niemanden der fragte wie es mir geht. Und ich hatte die eine, diese eine Frau verloren. Diese eine Frau dir mir alles gab, und ich ihr nichts als Schmerz.
„Alte Liebe rostet nicht“, sagt man. Doch diese eine Liebe rostet nur von einer Seite nicht. Und das ist meine. An dieser Stelle möchte ich mich bei dieser Frau entschuldigen. Für all den Schmerz den ich ihr zugefügt habe.
Ich habe mal von Jemandem einen Spruch gehört. Ich denke mit diesem Satz werde ich dieses Kapitel nun beenden.
„Liebeleien wird es in deinem Leben viele geben, doch die Liebe deines Lebens wirst du wirklich und nur einmal lieben, und dann für immer und ewig“







