Mittwoch, 13. August 2008

Memorabilia - Chapter Seven


Hurensohn

Wir gingen gerade über den Busbahnhof in der Stadt wo wir fast wie jedes Wochenende rausgingen. Wir unterhielten uns über irgendwelche Sachen, an die ich mich leider nichtmehr genau erinnern kann. Aber es waren bestimmt die Themen über die wir uns immer unterhielten- Frauen, Saufen und die aktuellen Ereignisse. Es war schon dunkel geworden und das einzige was wir hörten waren die Autos die dicht neben uns vorbei fuhren und einen hallenden Ton erzeugten, den die Häuser ringsherum zu uns zurückwarfen. In der Mitte des Busbahnhofes kahmen uns drei Typen in unserem Alter entgegen. Als wir auf gleicher Höhe waren sagte einer der drei: „Du hast Hurensohn zu mir gesagt?!“ Es war damals der Satz den man sagte um einen Grund zu haben, sich zu schlagen. Auch wenn es nicht wahr war das Jemand zu einem eben diesen Satz gesagt hatte. Wir sahen uns erschrocken an und schauten dann den Typen an, der auf uns zu kahm. Wir versuchten die Sache mit Worten zu klären und ihm begreiflich zu machen, dass wir ihn nicht kannten. Was ich genau gesagt habe, weis ich heute nichtmehr, da ich ein komplettes Blackout hatte durch die Schläge die ich noch einstecken sollte ein paar Minuten später. Mein damals bester Freund fing sich die erste Backpfeife. Ich sagte zu ihm er soll weglaufen. Er tat es ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ich versuchte weiter mit dem einen Typen zu reden, da die beiden anderen nichts getan hatten und sich total zurückhielten und eher die Vernünftigen waren, im Gegensatz zu diesem Spinner. Ich lies in mit den Worten stehen, dass wir nichts getan hatten was ihn in irgendeiner Weise verärgert haben könnte. Ich ging den Weg über den Busbahnhof bis zu einem Parkplatz der nicht sehr groß war. Als ich plötzlich rennende Schritte hörte, und kurz darauf einen tierischen Schmerz im Rücken fühlte. Der Typ der zuvor, genau wie ich, dann doch endlich weiter gegangen war, hatte sich anscheinend nicht beruhigen können. Ich lag auf dem Boden und bevor ich weis was geschah schlug und trat er auf mich ein. Ich hielt die Arme vor mein Gesicht um wenigstens das zu schützen. Trotzdem trat er mir gegen den Kopf, in die Rippen und in den Bauch. Dann hörte ich wie einer meinen Namen sagte. Sofort hörten die Schläge auf, und ich lag zusammengekauert auf dem Boden. Ich wollte nicht aufstehen in der Angst er würde weitermachen. Dann passierte etwas was ich bis heute nicht verstehe. Er bot mir seine Hand an, nur kurz nachdem er meinen Namen hörte. Einer der Drei hatte mich erkannt. Zu der Zeit hatte ich einen nicht so tollen Ruf, den Ruf eines Schlägers der immer gewaltbereit war. Dieser Typ wusste was passieren würde wenn ich ihn jemals in die Finger bekommen würde. Nachdem ich ihm gesagt habe er solle sich jetzt verpissen, gingen alle drei wieder in Richtung Busbahnhof und verschwanden irgendwann im Dunkeln. Ich lag regungslos auf dem kalten Asphalt und musste erst mal Luft bekommen. Mir war schwindelig und mein ganzer Körper schmerzte. Kurze Zeit später versuchte ich auf zu stehen. Aber mir alleine geling es nicht. Ich fiel immer wieder auf den kalten Asphalt. Dann kahm ein Mädchen mit der ich zusammen in der Schule war zufällig vorbei und sah mich blutend auf dem Boden liegen. Sie half mir auf und lehnte mich gegen die Wand aus Sandsteinen die den Parkplatz von den restlichen Gebäuden abgrenzte. Ich blutete am Kopf, ich merkte es weil ich mein rechtes Auge nicht öffnen konnte, da sonst das Blut hineingelaufen wäre. Trotz den Schlägen die ich eingesteckt hatte, habe ihn nichtmehr gesucht. Ich hielt es für besser einfach eine Anzeige gegen unbekannt zu machen. Was, wie sich noch am nächsten Tag herausstellen sollte, besser war als ihn zu suchen und krankenhausreif zu schlagen. Nur kurz nachdem dieser Typ sich an mir ausgelassen hatte, griff er die Klassenkameradin an die mir zuvor geholfen hatte. Auch sie hatte eine Anzeige gemacht. Er wurde kurze Zeit später festgenommen und hat seine gerechte Strafe erhalten. Den Namen kenne ich bis heute nicht. Aber dieser Abend hatte auch etwas Gutes. Durch diesen Typen wurde mir bewusst, dass ich nicht anders war als er. Ich war genauso ein Schläger. Ich denke ich habe die Schläge verdient und auch gebraucht, damit ich endlich verstand was ich für ein Mensch war. Seit diesem Abend habe ich mich nie wieder geschlagen.
Es war der Anfang meiner Veränderungen. Viele Menschen haben mir damals geholfen mich selbst zu verstehen und manche Ansichten über Board zu werfen. Diese Menschen haben mich zu dem gemacht was ich heute bin. Und diesen Menschen will ich heute danken. Ich werde keine namentliche Auflistung machen. Jeder der einzelnen Menschen wird sich angesprochen fühlen und wissen warum ich „Danke“ sagen möchte.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So ist das meistens bei den Menschen. Man lernt immer erst dazu, wenn man einen auf den Deckel bekommmen hat.
Und wenn man erst verletzt wurde, ob mental oder physisch, dann merkt man auch, dass man anderen Menschen genauso wehtun kann.
Aber es freut mich, dass du so die Kurve bekommen hast. Auch wenns vorher bei dir nicht ganz korrekt lief.
Aber ganz ehrlich: Gewalt gegen Mitmenschen ist das Dümmste, was man machen kann. Man bringt sich da nur selbst in Schwierigkeiten. Also lass die Finger davon, egal wie sehr dich andere Menschen verletzen!

Anonym hat gesagt…

so langsam wirds mal wieder zeit für einen spannenden teil aus deinem leben...ich freu mich drauf...!!
lg

Anonym hat gesagt…

wann gehts weiter??

sChWaRzEsEeLlE hat gesagt…

Hay xD

very Nice *gg deine Geschichten was ich bis jetzt gelesen hab sind einfach nur Geil *großes Lob * ausprech ;)